Oestrogen

Wie funktionieren Östrogenblocker und welche Auswirkungen haben sie?

“Marc Dressen“, fragst du, “ich habe gehört, dass Östrogen mein Training negativ beeinflussen kann … Können Östrogenblocker mir dabei helfen, Gewicht zu verlieren und stattdessen die Muskeln zu bekommen, die ich haben möchte?”

Die Antwort auf diese Frage ist gar nicht so einfach. Täglich kommen unzählige Menschen zu mir, die wissen möchten, wie man einen flachen Bauch und größere Muskeln bekommt, und um Resultate zu erzielen, liegt das Hauptaugenmerk normalerweise nicht auf der richtigen Kombination verschiedener Pillen. Allerdings finden sich überall fantastische Versprechungen, in denen behauptet wird, dass man mit den richtigen Ergänzungsmitteln und Blockern den perfekten Körper bekommt.

Haben Kraftsportler erst einmal herausgefunden, dass der Testosterongehalt eine große Rolle spielt, wenn man Fett schnell loswerden und stattdessen effektiv Muskeln aufbauen möchte, wollen sie oft mehr über Östrogenblocker erfahren.

Wie kannst du also das Beste aus deinem Testosterongehalt herausholen?

Die Antwort auf diese Frage ist für die meisten Menschen, sich darauf zu konzentrieren, den Testosterongehalt hochzuhalten, und den Östrogengehalt niedrig, um die Körperzusammensetzung und Vitalität zu verbessern. Leider sind die Östrogenblocker, die man zurzeit oft auf dem Markt findet, alles andere als sicher und auch nicht so effektiv, wie du vielleicht denkst. Es gibt synthetische und natürliche Östrogenblocker, um deinen Östrogengehalt zu senken.

Aber die Sache hat einen Haken.

Ein zu geringer Östrogengehalt kann deinem Körper schaden und deiner Gesundheit auch. In diesem Beitrag erklären wir dir alles Wissenswerte aus der komplizierten Welt des Östrogens. Am Ende wirst du wissen, welche Rolle genau das Östrogen in deinem Körper spielt und wie du effektiver Muskeln aufbauen kannst.

Was ist Östrogen und was sind Östrogenblocker?

Du kannst deine Fitnessziele nur erreichen, wenn es dir gelingt, deinen Körper zu verstehen. Östrogen ist ein natürlicher Teil deines Körpers und ein Hormon, das als Botenstoff zwischen deinem Gehirn und deinen Zellen fungiert. Östrogen wird hauptsächlich in den weiblichen Eierstöcken hergestellt, doch auch Fettzellen und Adrenalindrüsen stellen Östrogen her. Die Hauptaufgaben von Östrogen sind folgende:

Verbesserung von Stimmung und Aufmerksamkeit
Den Gehalt an insulinähnlichen Wachstumsfaktoren und Wachstumshormonen zu steigern
Den Menstruationszyklus zu steuern
Harnwegsinfektionen zu verhindern
Die Herstellung von Enzymen und Reparatur der Muskelzellen zu verbessern
Östrogenblocker sind Medikamente, die darauf abzielen die Effekte von Östrogen oder die Östrogenproduktion im Körper zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel Femara, Clomid, Arimidex und Aromasin. Mittlerweile bezieht sich der recht weitläufige Begriff “Östrogenblocker” auch auf natürliche Ergänzungsmittel, die eine Reihe von Inhaltsstoffen enthalten, die das Hormonprofil verbessern, darunter zum Beispiel Kurkumin, Resveratrol, Brennnesselwurzel und Traubenkernextrakt.

Es gibt noch viele weitere natürliche Substanzen dort draußen, die angeblich dabei helfen können den Östrogengehalt zu reduzieren und den Östrogenhaushalt auszugleichen, doch die traurige Wahrheit ist leider, dass es keine Nachweise dafür gibt, dass sie beim Menschen wirken. Anders ausgedrückt sind sie, genau wie die natürlichen Testosteronbooster – völliger Humbug.

Das Fazit ist also, dass natürliche Östrogenblocker dir keinesfalls dabei helfen können, den Hormongehalt so sehr zu reduzieren, dass du dadurch schneller Fett verlieren oder Muskeln aufbauen würdest. Das bedeutet wiederum, dass du dein Geld besser für andere Ergänzungsmittel ausgibst.

Warum nehmen manche Leute dann überhaupt Östrogenblocker?

Nur, weil die natürlichen Östrogenblocker, die man heutzutage auf dem Markt findet, ineffektiv sind, bedeutet das noch lange nicht, dass ihre pharmazeutischen Gegenstücke keine positiven Auswirkungen haben. Tatsächlich sind pharmazeutische Östrogenblocker, die ursprünglich dazu entwickelt wurden, Brustkrebs zu bekämpfen, sehr effektiv, wenn es darum geht, den Östrogenspiegel zu senken – in manchen Fällen sogar um bis zu 90%.

Da viele Menschen behaupten, Östrogenblocker können Fitnessfans effektiv dabei helfen, schneller Muskeln aufzubauen, in dem der Testosterongehalt erhöht wird, ist es durchaus logisch, dass Kraftsportler versuchen möchten, den Östrogengehalt in ihrem Körper ab- und stattdessen den Testosterongehalt in ihrem Körper so schnell wie möglich aufzubauen. Studien belegen, dass Östrogenblocker den Testosterongehalt um bis zu 50 % steigern können.

Das Interessante dabei ist allerdings, dass diese Medikamente nicht dazu in der Lage zu sein scheinen, den Testosterongehalt in Bereichen wie der Skelettmuskulatur zu steigern, was wiederum bedeutet, dass du wahrscheinlich nicht die gewünschten Muskelaufbauerfolge erzielst, die normalerweise mit einer erhöhten Testosteronproduktion erwartet werden.

Ein weiterer Grund dafür, dass hoffnungsvolle Bodybuilder und Athleten auch weiterhin Östrogenblocker verwenden, ist der, dass manche Wissenschaftler behaupten, dass diese Substanzen die Leistung beim Workout verbessern, sodass man im Fitnessstudio härter und schneller trainieren kann. Bis zum heutigen Tag gibt es noch keinerlei Studien, die belegen würden, dass Östrogenblocker tatsächlich dabei helfen die athletische Leistung zu steigern, ganz im Gegenteil, es gibt sogar die Vermutung, dass sie einer Leistungssteigerung im Weg stehen.

Tatsächlich gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen bei der Verwendung von Östrogenblockern Müdigkeit, da Östrogen dafür sorgt, dass wir aufmerksamer sind und längere Aufmerksamkeitspannen haben. Das bedeutet also, dass deine Workouts sich um einiges verschlechtern könnten.

Östrogenblocker: Was sind die Nebenwirkungen?

Letztendlich belegen bestimmte Studien, dass die Einnahme von Östrogenblockern unschädlich ist, solange sie nur über einen kurzen Zeitraum hinweg eingenommen werden. Eine Langzeitnutzung könnte allerdings mit einigen schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen einhergehen.

So zeigen bestimmte Studien, dass Östrogenblocker das Risiko von Knochenbrüchen, Gelenkschmerzen und Osteoporose verstärken könnten, sowie den Cholesterin- und Triglyzeridspiegel erhöhen können. Außerdem besteht bei manchen Menschen, die Östrogenblocker nehmen, ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko, und auch Probleme mit tiefer Venenthrombose werden mit Betablockern assoziiert.

Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass die meisten am Menschen ausgeführten Studien für Östrogenblocker an Frauen mit Brustkrebs durchgeführt wurden. Anders ausgedrückt: es ist schwierig zu sagen, welche Nebenwirkungen bei gesunden Menschen zu erwarten wären, außerdem gibt es keine Langzeitstudien an Männern.

Solltest du mit der Einnahme von Östrogenblockern beginnen?

Bist du auf der Suche nach einer ergebnisorientierten Lösung, um abzunehmen und Muskeln aufzubauen, solltest du Östrogenblockern wahrscheinlich eher aus dem Weg gehen. Obwohl es tatsächlich Medikamente gibt, die den Östrogenspiegel deutlich senken, ist es mehr als zweifelhaft, dass sie dir dabei helfen können, schneller Fett zu verlieren oder effektiver Muskeln aufzubauen.

Letztendlich ist es nun mal so, dass du besser darüber nachdenken solltest, durch den althergebrachten Erfolgsplan, der Training, Diät und Erholung vorsieht, Fortschritte zu machen, als darauf zu hoffen, deinen Erfolg durch eine Art „Hormonsystem-Hack“ mit Östrogenblockern oder anderen Ergänzungsmitteln beschleunigen zu können.

Marc Dressen
Personal Trainer London

Read the English article: How do Oestrogen Blockers work and what are the Effects?