Muscle Imbalance

So spürst du muskuläre Dysbalancen auf und gleichst sie aus

Kommen wir mal einen Moment lang auf den Boden der Tatsachen zurück.

Einer der Hauptgründe dafür, dass Menschen zu mir kommen und sagen: “Marc Dressen, würdest du bitte mein online Personal Trainer werden?” ist der, dass sie sich sicher sein wollen, dass ihre Anstrengungen im Fitnessstudio auch das zu führen, dass sie besser aussehen.

Frauen möchten normalerweise einen knackigen Po, einen straffen Bauch und einen tollen Oberkörper, wohingegen Männer es eher auf einen großen Bizeps und einen Waschbrettbauch abgesehen haben. Aber egal, was dein Ziel auch sein mag, du wirst sehen, dass es bei der Erschaffung des eigenen Traumkörpers hauptsächlich darum geht, die richtigen Ernährungs- und Trainingsvorschriften zu befolgen.

Denn mit dem richtigen Trainingsplan und der perfekten Kalorienzufuhr nimmst du jede Woche ab und baust dabei noch Muskeln auf. Leider heißt das trotzdem nicht automatisch, dass du zum Schluss deinen Traumkörper hast. Tatsächlich könnte es sogar vorkommen, dass du feststellst, dass eine Seite deines Körpers muskulöser ist als die andere. Dieses Phänomen nennt man “muskuläre Dysbalance”.

Und was kannst du dagegen tun?

Die gute Nachricht ist, dass es eventuell sogar einfacher ist, als du glaubst, muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Du musst dazu nicht mal in spezielle Ausrüstung investieren oder deine Trainingsroutine grundlegend ändern. Du wirst in diesem Artikel herausfinden, dass es oft schon genügt, deinen erfolgsorientierten Trainingsplan leicht zu ändern und dich darauf zu konzentrieren, wie dein Körper darauf reagiert.

Na, dann mal los.

Eine muskuläre Dysbalance – was ist das überhaupt?

Als Erstes betrachten wir uns am besten, was das Wort muskuläre Dysbalance überhaupt bedeutet. Letztendlich hat jeder deiner Muskeln einen Doppelgänger. So steht deinem rechten Brustmuskel der linke Brustmuskel gegenüber, dem rechten Bizeps, der linke Bizeps, usw. Wenn der Muskel auf der einen Seite größer ist als der auf der anderen, so nennt man das muskuläre Dysbalance.

Manchmal lässt sich dieses Ungleichgewicht der Muskeln einfach dadurch erkennen, dass du in den Spiegel siehst, und manchmal fällt es dir in deinem Training auf, da dir das Stemmen der Hanteln mit dem einen Arm schwererfällt als mit dem anderen.

Durch das Ausgleichen muskulärer Dysbalancen sorgst du dafür, dass die Muskeln auf beiden Seiten deines Körpers symmetrisch sind, während du dich um die proportionale Entwicklung der oberen, unteren, vorderen und hinteren Muskelgruppen kümmerst.

Die gute Nachricht ist, dass zwar ein kleiner Teil davon, welches Resultat du erzielen kannst, ausschließlich von deiner genetischen Zusammensetzung und den physischen Grenzen deines Körpers, abhängt, der Löwenanteil sich aber dadurch erzielen lässt, indem du einem umfassenden Trainingsplan folgst, der auf regelmäßige Trainingseinheiten abzielt und der sicherstellt, dass du keinen Teil deines Körpers über- oder unterforderst.

Wie verhindert man muskuläre Dysbalance?

Wie so oft ist es auch hier leichter, sie zu verhindern als zu bekämpfen.

Der erste Schritt, wenn es darum geht, ein Ungleichgewicht der Muskeln zu vermeiden, besteht darin einem Trainingsplan zu folgen, der auf Compound-Übungen der großen Muskelgruppen basiert und bei dem dein ganzer Körper gleichmäßig trainiert wird.

Bei vielen Menschen ist es so, dass sie ganz automatisch bei bestimmten Übungen eine Seite ihres Körpers bevorzugen. So streckst du zum Beispiel beim Bankdrücken einen Arm ein wenig weiter oder hast einen deiner Füße während der Kniebeugen ein wenig weiter nach außen gedreht. Mit der Zeit können diese kleinen Eigenheiten für enorme Unterschiede in Stärke und Größe deiner Muskeln sorgen.

Arbeite zusammen mit deinem online Personal Trainer, um sicherzustellen, kleine physische Ungleichheiten auszugleichen, die sich in dein Training einschleichen könnten. Gleichzeitig könntest du auch in Betracht ziehen, mit einem effektiven Mobilitätstraining anzufangen. Falls du nämlich nicht flexibel genug bist, um bestimmte Übungen korrekt auszuführen, muss dein Körper das auf andere Art ausgleichen, und das kann zu schwerwiegenden Dysbalancen führen.

So beseitigst du muskuläre Dysbalancen

Ist dein Körper auf der einen Seite bereits größer als auf der anderen, liegt die Lösung auf der Hand: du musst mehr Zeit mit dem Training deiner schwächeren Körperhälfte verbringen. Am leichtesten geht das, indem man einfach den Umfang der Wiederholungen auf der schwächeren Seite vergrößert.

Bei der Beseitigung muskulärer Dysbalancen geht es hauptsächlich darum, die schwächeren Muskelgruppen intensiver zu trainieren, als du das in der Vergangenheit getan hast. Das gelingt dir, indem du dein wöchentliches Trainingsvolumen erhöhst, dich verstärkt um eine progressive Muskelüberlastung bemühst oder mit schwereren Gewichten arbeitest.

Stell dir zum Beispiel mal vor, dass deine Beine viel zu dünn sind im Vergleich zu deinem Oberkörper. Du bist einem ausgewogenen Trainingsplan gefolgt, hast aber nicht die gewünschten Resultate erzielt. Wenn du jetzt deinen Trainingsplan nicht änderst, wirst du es bald mit sehr ernst zu nehmenden Dysbalancen zu tun bekommen.

Die offensichtliche Lösung wäre nun, deine Beine stärker zu trainieren, das bedeutet nun aber nicht unbedingt, eine weitere Bein-Übung zu deinem bereits bestehenden Trainingsplan hinzuzufügen. Das könnte nämlich zu viel für deinen Körper werden und zu Symptomen eines Übertrainings führen. Stattdessen solltest du den Rest deines Trainings ein wenig reduzieren, um mehr Raum für das Training deiner Beine zu schaffen.

Anders ausgedrückt, du benötigst eine Trainings-Spezialisierung.

Du kannst mit deinem Personal Trainer zusammenarbeiten, um einen Trainingsplan zu erstellen, der schnell und effektiv bei der Beseitigung deiner muskulären Probleme hilft und gleichzeitig muskuläre Dysbalancen ausgleicht, ohne neue Probleme beim Muskelzuwachs zu schaffen.

Fazit bezüglich muskulärer Dysbalancen

Falls du Widerstands- oder Krafttraining über einen längeren Zeitraum hinweg durchführst, wirst du feststellen, dass du es früher oder später mit muskulären Dysbalancen zu tun bekommst. Vielen Menschen geht es so, und du solltest dir nicht allzu viele Gedanken darüber machen.

Dein persönliches Trainingsziel zu erreichen bedeutet auch, verschiedene Probleme zu überwinden. Egal, ob sie nun durch deine Ausführung der Übungen, die Planung der Übungseinheiten oder auch einfach nur deine genetische Zusammensetzung verursacht wird, eine muskuläre Dysbalance ist ein gängiges Problem. Wenn es dir allerdings gelingt, dich darauf zu konzentrieren, all die Dinge zu lernen, die du benötigst, um eine muskuläre Dysbalance zu verhindern, oder, was du tun kannst, wenn du bereits ein Ungleichgewicht in deinem Körper bemerkst, wird es dir früher oder später gelingen, dir deinen Traumkörper zu erarbeiten.

Versuche gemeinsam mit deinem Personal Trainer herauszufinden, was als nächstes auf jeder Trainingsstufe ansteht und konzentriere dich darauf, ob irgendwelche Muskeln auf der einen Seite größer oder stärker sind als auf der anderen Seite. Normalerweise liegt der effektivste Weg dazu, verschieden große Muskeln zu vermeiden, darin, dafür zu sorgen, dass die dominante Seite nicht auch noch zusätzlich ein höheres Trainingsvolumen hat als die schwächere. Stattdessen solltest du versuchen, die schwächeren Muskelgruppen stärker zu trainieren.

Je früher du dich darauf konzentriert, eine muskuläre Dysbalance zu vermeiden, umso unwahrscheinlicher ist es, dass du dich später mit spezialisiertem Training herumschlagen musst.

Marc Dressen
Personal Trainer London

Read the English article: How to Find and Fix Muscle Imbalances