Gluten Free

Dein Online Fitness Coach weiß Rat: Solltest du auf Gluten verzichten?

Mittlerweile hält die „glutenfreie“ Phase schon seit geraumer Zeit an, und wie es scheint, ist leider auch noch kein Ende dieses Trends in Sicht.

Allerdings musst du wissen – Gluten ist bei Weitem nicht so gefährlich, wie man uns gern glauben machen möchte. 

Obwohl wir bei Marc Dressen Personal Training natürlich gemeinsam verschiedene Ernährungspläne, immer in Kombination mit Fitness- und Trainingsplänen, betrachten werden, ist es wichtig, nicht einfach kopflos der Masse zu folgen. Ich kann gut verstehen, wie leicht man in den Strudel der Information über Gluten und dessen vermeintliche Gefahren hineingezogen werden kann, man sollte aber nicht immer alles glauben, was man hört.

In diesem Artikel möchten wir dir alle wissenschaftlichen Fakten über Gluten aufzeigen, sodass du deinen Online Fitness Coach nicht mehr fragen musst, ob deine Abnehmprobleme daher rühren, dass du so gern Brötchen und Brot isst. Das Gute daran ist, dass du wahrscheinlich am Ende dieses Beitrags herausfinden wirst, dass dein Körper auch einwandfrei mit Gluten funktioniert. Tatsächlich ist es so, dass dir eine glutenfreie Ernährung keinerlei Vorteile bringt.

Was ist eigentlich Gluten?

Gluten ist eine bestimmte Art von Eiweiß, das aus den Molekülen Gliadin und Glutenin besteht, die eine Bindung eingehen. Gluten ist der Stoff, der dein Brot so herrlich weich und leicht macht. Es wird auch in verschiedenen anderen Nahrungsmitteln und Kosmetikprodukten als Verdickungsmittel eingesetzt.

Da Weizen sich so großer Beliebtheit erfreut, kannst du dir sicher sein, dass Gluten eines der am meisten konsumierten Proteine auf der ganzen Welt ist. Und trotzdem behaupten Gesundheitsexperten plötzlich, dass dieses Protein für Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme, Krebs und eine ganze Reihe anderer Probleme verantwortlich sei.

Es gibt kaum wissenschaftliche Belege, die diese Behauptungen stützen, und trotzdem hat rund ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung sich dazu entschlossen, bei der Ernährung darauf zu achten, weniger Gluten zu sich zu nehmen – aber für wen ist tatsächlich wichtig, dieses Protein zu meiden?

Wer sollte auf Gluten verzichten?

Wie oben schon angemerkt, besteht Gluten aus Gliadin und Glutenin. Gliadin ist eines der härtesten Moleküle, und besonders schwer verdaulich. Wird es also im Dünndarm absorbiert, kann das bei manchen Menschen zu einer Autoimmunantwort führen. Die Symptome dieser Autoimmunantwort können Muskelschmerzen, Durchfall und Ermüdungserscheinungen sein.

Diese Krankheit nennt sich Zöliakie. Menschen mit Zöliakie sollten in ihrer Ernährung komplett auf Gluten verzichten. Allerdings ist Zöliakie sehr selten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass nur rund 1.2% aller Menschen davon betroffen sind. Allerdings ist diese Krankheit ziemlich schlimm, da sie die fingerähnlichen Ausbuchtungen des Dünndarms, die für die Aufnahme der Nährstoffe aus den Lebensmitteln verantwortlich sind, abflacht. Dadurch werden weniger Nährstoffe aus den Lebensmitteln aufgenommen. Dieser Zustand kann für mehrere Jahre anhalten, auch nachdem die betroffene Person Gluten aus ihrer Ernährung verbannt hat.

Dazu bliebe eigentlich nur zu sagen, dass, falls du nach der Aufnahme glutenreicher Lebensmittel Schmerzen oder Unwohlsein verspürst, eventuell etwas nicht in Ordnung ist, und du dich auf Zöliakie testen lassen solltest. Solltest du nicht davon betroffen sein, kannst du mit deinem bewährten Trainings- und Ernährungsplan weitermachen, ohne auf eine glutenfreie Ernährung umzusteigen.

Woran könnten Beschwerden noch liegen, wenn du keine Glutenintoleranz hast?

Falls du Symptome hast, die auf eine Glutenintoleranz hinweisen, und den Arzt aufsuchst, stellt sich oft heraus, dass du an einer der vielen anderen Beschwerden leidest, die nichts mit Gluten zu tun haben. Vielleicht hat dein Körper Schwierigkeiten damit, sich an FODMOPs anzupassen. FODMOP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide, sowie Polyole, also verschiedene einfach und mehrfache Zuckerarten und Alkohole. Sollte das der Fall sein, macht es Sinn auf eine FODMAP-arme Ernährung umzusteigen.

Auch gibt es einige Menschen, die glauben, Probleme mit Gluten zu haben, wobei sie in Wirklichkeit an IBS (dem Reizdarmsyndrom) leiden. Die typischen Anzeichen von IBS überlappen sich dabei häufig mit den Symptomen, die wir in Patienten mit NCGS (Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität) finden. Sprich am besten mit deinem Arzt darüber, ob du eventuell an IBS leidest.

Aber das ist noch nicht alles…

Ein weiterer Grund könnte auch eine Weizenallergie sein. Einige Studien legen nahe, dass Weizen über verschiedene Arten von Proteinen verfügt, die nur schwer verdaulich sind. Diese Proteine können gelegentlich Autoimmunantworten auslösen, die Unwohlsein und Schmerzen verursachen.

Menschen mit Weizenallergie denken oft fälschlicherweise, dass sie an einer Glutenintoleranz leiden. Es ist jedoch nicht nötig, Gluten komplett aus der Ernährung zu streichen, nur weil man Weizen nicht verträgt. Oft reicht es, den Ernährungsplan und die Fitnessziele umzustellen.

Eine glutenfreie Diät hilft nicht beim Abnehmen

Wenn du nicht unter Zöliakie leidest, besteht kein Grund Gluten aus seiner Ernährung zu streichen. Manche Menschen glauben, dass ein Verzicht auf Gluten ihnen dabei hilft, Pfunde zu verlieren, aber in Wahrheit gibt es keinerlei Belege dafür, dass man durch Gluten zunimmt.

Manche Nahrungsmittel eignen sich aufgrund bestimmter Eigenschaften wie Energiedichte und Sättigungsfaktor besser zum Abnehmen, da der Gewichtsverlust oft vermehrt davon abhängt, wie viel man isst, und nicht unbedingt davon, was man isst.

Das Absurde an der Geschichte ist, dass glutenfreie Diäten oft recht ballaststoffarm sind, und dabei helfen Ballaststoffe, sich gesättigt zu führen. Das wiederum bedeutet, dass eine glutenfreie Diät oft eher zu einer Gewichtszunahme führt, anstatt beim Abnehmen zu helfen. So hat eine Studie zum Beispiel gezeigt, dass nach einer zweijährigen glutenfreien Diät etwa 81% aller Zöliakie-Patienten an Gewicht zugenommen hatten. Und obwohl eine glutenfreie Diät natürlich nicht unbedingt dazu führt, dass man an Gewicht zunimmt, sollte man immer daran denken, dass sie auch nicht beim Abnehmen hilft.

Eine glutenfreie Ernährung ist nicht gleich unbedingt gesund

Viele Menschen entscheiden sich für eine glutenfreie Ernährung, weil sie diese für gesünder halten. Allerdings bringt eine glutenfreie Ernährung keine besonderen Vorteile. In Wahrheit ist es sogar so, dass die glutenfreien Alternativen oft weniger nährstoffreich sind als das normale glutenhaltige Lebensmittel.

Deswegen müssen Menschen, die sich glutenfrei ernähren, oft auch nach Wegen suchen, um ihren Mikronährstoffmangel auszugleichen, der daher rührt, dass sie kein Gluten zu sich nehmen.

Die Wahrheit über eine glutenfreie Ernährung

Wie bei vielen anderen Modediäten auch, hält eine glutenfreie Ernährung einfach nicht, was all der Rummel um sie verspricht. Du denkst vielleicht, dass du deinem Körper mit einem Verzicht auf Gluten etwas Gutes tust, wissenschaftliche Studien belegen allerdings, dass eine glutenfreie Ernährung auch nicht gesünder ist oder beim Abnehmen hilft, als eine typische Ernährungsumstellung mit Trainingsprogramm.

Solltest du nach dem Konsum von glutenhaltigen Nahrungsmitteln Symptome wie starkes Unwohlsein oder Schmerzen haben, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um eine Zöliakie ausschließen zu lassen. Und bitte denke auch daran, dass es sich, selbst wenn es sich nicht um Zöliakie handelt, auch um ein anderes Problem handeln könnte, dass man besser untersuchen lassen sollte.

Allerdings ist es ziemlich wahrscheinlich, dass deine Beschwerden und Abnehmschwierigkeiten nicht von einer Glutenintoleranz stammen, sodass ein völliger Verzicht auf Gluten unnötig ist.

Marc Dressen
Personal Trainer London

Read this article in English: Ask your Online Fitness Coach: Should you go Gluten-free?