SARMS

Alles Wissenswerte über SARMS

Wenn du ganz genau wissen möchtest, was “SARMS” sind, wie sie funktionieren und ob sie effektiv sind, bist du hier genau richtig.

Du hast auf deine Makronährstoffe und Kalorien geachtet und beim Training alles gegeben, und trotzdem kann es sein, dass du feststellen muss, dass du deinem Online Fitness Coach die gewünschten Resultate schuldig bleibst, wenn er dich nach deinen Fortschritten fragt. Vielleicht hast du sogar schon über Steroide nachgedacht – und das, trotz der offensichtlichen Gefahren für deine Gesundheit, und dann plötzlich bist du ganz unverhofft auf SARMS gestoßen.

Für manche sind SARMS so etwas wie der Heilige Gral des Bodybuildings. Sie helfen dabei, Fett ab- und gleichzeitig Muskeln aufzubauen. Es stellen sich allerdings mehrere Fragen: Entspricht das der Wahrheit?, Gibt es wissenschaftliche Belege? Und vor allem: Sind sie sicher?

Eine kurze Vorstellung der SARMS: Wie funktionieren sie?

Für alle, die noch nie davon gehört haben, “SARM” ist die Abkürzung für Selektiver Androgenrezeptor Modulator – sie haben eine mit anabolen Steroiden vergleichbare Wirkungsweise. Und es gibt eine Vielzahl verschiedener solcher Präparate auf dem Markt. Einige davon verursachen stärkere Nebenwirkungen als andere. Außerdem wurden SARMS noch nicht zur medizinischen Nutzung freigegeben, was bedeutet, dass sie von der Pharmaindustrie noch nicht mal offiziell ihre Namen bekommen haben.

Um zu verstehen wie SARMS funktionieren, muss man erst einmal verstehen, wie Hormone funktionieren – sie sind chemische Botenstoffe, die unser Körper dazu benutzt, um mit den Zellen zu kommunizieren. Man kann sie sich praktisch als ausgehende E-Mails vorstellen, die wichtige Informationen an den ganzen Körper liefern. Kommen Sie bei den Hormonrezeptoren unseres Körpers an, werden wichtige Aktivitäten ausgeführt. Androgene sind zum Beispiel die Hormone, die für die Produktion von Gesichtsbehaarung, Muskeln und einem geringeren Fettanteil (wie Testosteron) verantwortlich sind.

Androgene bewirken im Körper Folgendes:

Sie binden sich an die Androgenrezeptoren deiner Zellen

Sie wandeln sich zu DHT (Dihydrotestosteron) um, welches wiederum an die Androgenrezptoren anbindet.

Sie wandeln sich zu einem Östrogen (Östradiol) um, welches sich an eine andere Art des Zellrezeptors anbindet.

Führt man seinem Körper anabole Steroide zu, werden die Zellen mit Androgenen geflutet, was bedeutet, dass die Rezeptoren plötzlich vollständig gesättigt sind. Das sendet eine ausgesprochen starke Nachricht an alle Zellen, die zuhören – darunter auch die Muskelzellen, die als Antwort rapide wachsen. Das klingt natürlich jetzt erst mal gut – doch leider zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Nebenwirkungen schrecklich sein können.

Wissenschaftliche Studien belegen außerdem, dass manche dieser Nebenwirkungen irreversibel sind. Glücklicherweise ist das bei SARMS anders. Sie besitzen eine spezielle Affinität für bestimmte Körpergewebe wie Knochen und Muskeln, haben aber keine Wirkung auf andere, wie zum Beispiel die Leber, das Hirn und die Prostata.

Außerdem werden sie nicht in unerwünschte Moleküle wie DHT oder Östrogen umgewandelt, die schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen können! Zusätzlich sind SARMS außerdem resistent gegenüber dem Enzym Aromatase, das Östrogen in Testosteron umwandelt. Da sie auch weitaus weniger stark sind, als eine typische Dosis Steroide, erholt man sich leichter davon. Das bedeutet allerdings noch längst nicht, dass sie auch sicher sind.

Also sind SARMS sicher?

Nichtsteroidale SARMS gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten, was bedeutet, dass es noch an wissenschaftlichen Studien mangelt, die ihre Sicherheit belegen. Was allerdings feststeht, ist, dass das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen steigt, je mehr SARMS konsumiert werden – die Nebenwirkungen reichen von Problemen mit dem Testosteronhaushalt bis hin zu Krebs. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass man sich schneller von einer Dosis SARMS erholt, als von einer Dosis typischer Steroide.

Da sie nicht im gleichen Maße in Östrogen und DHT umgewandelt werden wie Steroide, haben sie auch nicht die gleichen negativen Auswirkungen auf deinen Körper. Außerdem sind sie nicht so anabol wie reine Steroide, was bedeutet, dass sie die natürliche Testosteronproduktion auf keinen Fall im gleichen Maße unterdrücken. Das heißt allerdings noch längst nicht, dass SARMS sicher sind – denn tatsächlich ist es so, dass die Risiken um einiges größer sind als die potenziellen Nutzen.

Die Wahrheit über SARMS

Letztendlich sind SARMS nichts weiter als ein Medikament, das ähnliche Nutzen bringen kann wie anabole Steroide, und zwar mit weniger kurzfristigen Nebenwirkungen. Obwohl sie nicht ganz so effektiv sind wie Steroide, können Sie den Muskelzuwachs stimulieren, und zwar besser als natürliche Nahrungsergänzungsmittel, die zurzeit auf dem Markt zu haben sind, außerdem sind sie insgesamt sicherer – was nicht heißen soll, dass sie sicher sind.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass auch SARMS die natürliche Testosteronproduktion unterdrücken und negative Auswirkungen auf das endokrine System haben können. Es gibt auch Hinweise darauf, dass ihre Einnahme das Krebsrisiko steigert. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass man noch nicht weiß, welche langfristigen Auswirkungen die Verwendung von SARMS auf den menschlichen Körper haben kann.

Und deswegen empfehlen wir, die Finger von SARMS zu lassen.

Die Risiken sind einfach größer als der potenzielle Nutzen.

Marc Dressen
Personal Trainer London

Read this article in English: The ultimate Guide to SARMS